Zahnabszesse sind entzündliche Erkrankungen, die durch Karies oder Infektionen des Zahnhalteapparates entstehen können. Sie treten auf als:
- Oberflächliche Abszesse im Weichgewebe (Zahnfleisch)
- Tiefer liegende Abszesse im Knochen um den Zahn
Die klinische und radiologische Untersuchung ist entscheidend, um Ursprung und Art des Abszesses festzustellen. Je nach Größe, Art (akut oder chronisch) und Ausbreitung (fluktuierend oder diffus) wird der Zeitpunkt und Ort des chirurgischen Eingriffs festgelegt.
Kleine und mittelgroße Abszesse werden in der Regel unter örtlicher Betäubung in der Praxis drainiert. Dabei wird ein kleiner Schnitt an der stärksten Fluktuationsstelle gesetzt. Bei extraoraler Drainage wird auf ästhetisch und anatomisch wichtige Strukturen geachtet. Anschließend wird eine Drainageeinlage eingesetzt und fixiert, um eine vollständige Entleerung zu gewährleisten, bis die endgültige Behandlung—z. B. Wurzelbehandlung oder Extraktion—durchgeführt werden kann.
Die Abszessdrainage ist ein mäßig schmerzhafter Eingriff, erfolgt aber stets unter örtlicher Betäubung. Bei größeren oder weitreichenden Abszessen wird eine Überweisung ins Krankenhaus empfohlen, um Komplikationen zu vermeiden.
Antibiotika werden häufig vor und nach dem Eingriff verschrieben, um die körpereigene Abwehr zu unterstützen und eine Ausbreitung der Bakterien in den Blutkreislauf zu verhindern.